Gedankenwelt: Die Sucht, mein Leid, die Liebe für dich

Gedankenwelt: Die Sucht, mein Leid, die Liebe für dich
©DANNY G/ Unsplash

Es gibt diese Augenblicke, in denen ich mir sicher bin, dass es keine Hoffnung mehr zwischen uns gibt. Es sind diese Momente, in denen ich mich einfach im Regen stehengelassen fühle. Und dann bin ich klatschnass und weiß nicht, was ich machen soll. Dies sind die Momente, in denen all meine Emotionen ein einziges Chaos sind, das ich nicht mehr kontrollieren kann. Aber das zeigt mir auch, dass meine Gefühle für dich so stark sind.

Ich weiß, dass du auf deinem Rückweg langsam in die Realität zurückkehren wirst und wahrscheinlich musst.

Du weißt, dass ich eifersüchtig bin- und ich weiß das auch. Doch wenn du hier bei mir bist, ist es viel einfacher für mich mit diesen Gefühlen umzugehen. Manchmal werde ich wochenlang nicht von ihr heimgesucht und dann gibt es diese schlechten Tage, an denen ich es ständig auf dem Radar habe und nichts dagegen tun kann.

Bevor du gingst, hast du darüber gesprochen, wie schön SIE sein würde. In meiner Gegenwart.

Worte, die ich vor dir nicht aussprechen könnte. Aus Angst, dich zu verletzen. Aus Angst, du würdest einen Tag später zu Hause sitzen und deine Gefühle wären ein Chaos, das du nicht zähmen könntest.

Aus Angst, dass unsere Beziehung leiden könnte, weil ich weiß, dass du eifersüchtig sein würdest.

Und mit lächerlichen Worten hast du eine Lawine gestartet.

Eine Lawine, die nicht leicht zu zähmen ist, wenn man eifersüchtig ist und dabei die Kontrolle verliert.

Und wenn ich das getan hätte und danach gegangen wäre mit der Absicht, mich vollständig auf meinen Erfolg zu konzentrieren, hätte ich längst vergessen, wie man damit umgehen könnte. Und ich hätte vergessen, dich zu fragen, wie du alles alleine zu Hause machst. Ich hätte nicht an all die Verpflichtungen gedacht, die dich betreffen. Und wahrscheinlich hätte ich auch nicht realisiert, dass ich, wenn ich nicht bei dir bin, um 180 Grad ausgewechselt bin.

Wenn ich hier bin, bei dir, frage ich, wie es dir geht, obwohl ich dich 3 Stunden vorher gesehen habe. Ich schreibe dir, dass ich dich vermisse, obwohl ich mich erst verabschiedet habe und in ein paar Stunden wieder zu Hause sein werde. Und ich werde das alles vergessen, sobald ich gehe.

Ich vergesse, dass ich eine Lawine ins Rollen gebracht habe.

Ich vergesse, dass da jemand ist, der eifersüchtig ist.

Ich vergesse, dass ich dir nicht das Gefühl gebe, wichtig zu sein.

Aber trotzdem sehe ich dich bildlich vor mir, wie du verrückt wirst, wenn ich deine Nachrichten lese, aber nicht antworte.

Wie deine Gefühle zu einem Durcheinander werden, weil ich nicht einmal zwei Minuten Zeit habe, um dich anzurufen.

Ich zeige dir nicht, wie wichtig du bist, auch wenn du es momentan am dringendsten brauchst.

In deiner Situation wäre es notwendig, dass ich dir fünfmal sage, wie sehr ich dich liebe und vermisse. Und was mache ich? Nichts.

Ich merke zu spät, wie du wirklich leidest. Und auf der anderen Seite erkenne ich nicht, warum du überhaupt leidest.

Ich verstehe nicht, warum du mich angreifst. Ebenso verstehe ich nicht, was ich getan habe.

Doch dann sehe ich, wie du im Kreis springst und keine Luft mehr bekommst und bitterlich weinst, weil ich mich nicht melde.

Und dann ist da noch Er.  Der Mann, der mir Herzen unter meinen Bildern hinterlässt, mit mir in einem Hotel schläft, 24 Stunden an meiner Seite ist und der ganzen Welt zeigen kann, dass er bei mir ist.

Und ich erwarte, dass du keine Szene machst.

Ich erwarte, dass du dich zu Hause entspannst, mich unterstützt und nicht nervst.

Und wenn ich auf dem Rückweg bin und langsam zur Realität komme, muss ich dann nicht zugeben, dass ich in deiner Situation falsch gehandelt habe und von dir zu viel erwarte? Muss ich nicht zugeben, dass ich erwarte, dass du stark bist, obwohl es gerade der Punkt ist, der dich innerlich so schwach macht?

 

 

 

THERESE ist Gründerin der Agentur „Die Treuetester“ und „Loyal Match“, Treue- und Beziehungs-Expertin und selbst treu. Sie beantwortet gerne Frag Therese-Fragen und redet niemals um den heißen Brei. Ihr Motto lautet: „Die schönste Sache der Welt, die Liebe, sollte man einfach mit jedem teilen“. Sie selbst teilt klassisch monogam, also gar nicht.

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