Normale Geburt oder Kaiserschnitt? Eine Frage des Sexlebens!

Normale Geburt oder Kaiserschnitt? Eine Frage des Sexlebens!

In der Schwangerschaft bekommt man viele Fragen gestellt, wie „Wird es ein Junge oder ein Mädchen?“ oder „Darf ich mal deinen Bauch anfassen?“ und „Willst du eine normale Geburt oder einen Kaiserschnitt?“. Und plötzlich wird man selbst vor die Frage gestellt, was man eigentlich will. Doch wieso stellt sich die Frage überhaupt, ob man spontan entbinden oder einen Kaiserschnitt will? Warum gibt es ein Wahlrecht, wenn es keine Komplikationen gibt? Weil es eine Frage des Sexlebens ist!

Normale Geburt oder Kaiserschnitt?

Für mich stellte sich die Frage nicht, ob ich eine normale Geburt oder einen Kaiserschnitt will. Bis zu dem Zeitpunkt, als eine Freundin mir erzählte, dass sie unbedingt einen Kaiserschnitt haben will. Ohne Wenn und Aber!

„Willst du freiwillig, dass man dir den Bauch aufschneidet wie bei ‚Der Wolf und die sieben Geißlein‘ oder gibt es medizinische Gründe?“, fragte ich sie lachend.

„Nein, nein“, sagte sie, „aber mir ist eine Narbe lieber, als hinterher gar nichts mehr zu spüren.“

Ach daher wehte der Wind, dachte ich mir. Es ging also um die Vorstellung, dass eine natürliche Geburt das spätere Sexleben ruinieren könnte. WTF?! Frauen, wie meine Freundin, haben panische Angst davor, dass der Sex nach der Geburt nicht mehr derselbe sein würde. Sie haben die Vorstellung, dass ihre Vagina danach ein völlig überdehnter Schlauch wäre, in dem alles was größer als ein Penis ist, Platz hat.

„Wieso glaubst du, dass du nach einer normalen Geburt nichts mehr spüren wirst?“, fragte ich sie und war gespannt, wer ihr das suggerierte.

„Kennst du die Folge von Keeping up with the Kardashians nicht?“, fragte sie mich, „in der Kim fragt, ob es sich nach der Geburt da unten so anfühlt, als würde man einen Hot Dog in den Flur werfen?“.

War die Frage wirklich ernst gemeint?! Es gibt Serien, die ich in meinem Leben niemals sehen will und das ist eine davon. Sonst hätte ich mir wahrscheinlich schon früher Sorgen um meine Vagina gemacht.

Ich lachte laut und fragte: „Hast du Angst, das du nichts fühlen wirst oder glaubst du, dass dein Mann sich wie ein Hot Dog im großen Flur fühlen wird?“

„Beides. Stell dir das doch mal vor“, sagte sie, „wenn du plötzlich gar nichts mehr spürst.“

Das brauchte ich mir nicht vorzustellen. Es gab nämlich auch den ein oder anderen Penis, den ich schon vor der Geburt nicht gut spürte. Doch lag es jetzt daran, dass meine Vagina der Flur war oder weil sein Penis ein Hot-Döggchen war? Wenn die Männer einen Orgasmus hatten, dann konnte es doch gar nicht so schlimm für sie sein, oder?

„Hast du von jedem Typen, mit dem du Sex hattest den Penis gespürt?“, fragte ich sie in der Hoffnung nicht allein mit der bitteren Erfahrung dazustehen.

Sie überlegte.

„Naja“, sagte sie, „nicht immer. Bei dem Einen mehr und bei dem Anderen weniger.“

Ein Kaiserschnitt war also nicht die Lösung, die sie davor bewahren sollte, nichts zu spüren. Doch im selben Atemzug sagte sie, dass sie nicht will, dass ihr Mann nach einer normalen Geburt weniger spürt.

Ich rollte mit den Augen und sagte: „Dein Mann wäre dann eine neue Spezies, die keine Reibung mehr erfährt und jedes Mal ohne Orgasmus einschläft, wie fast jede zweite Frau.“

Sie lachte. Für mich klang das alles absurd. Vielleicht hatte sie Recht und es fühlt sich danach anders an. Doch muss das etwas Schlimmes sein? Muss es heißen, das anders schlechter ist? Wer einen Mann danach fragt, ob er sich vor der Geburt Gedanken darüber macht, ob er nach der Geburt wie ein Würstchen im Senfglas herumstochert, der bekommt wohl eher die Gegenfrage: „Werde ich überhaupt wieder Sex mit meiner Frau haben?“.

Und ganz ehrlich, diese Frage hat mehr Berechtigung verdient, als die, ob eine normale Geburt oder ein Kaiserschnitt unter ganz normalen Bedingungen infrage kommt.

Vielleicht sollte man in Zukunft fragen: „Willst du nach der Geburt noch mit deinem Partner schlafen?“.

 

 

THERESE ist Gründerin der Agentur „Die Treuetester“ und „Loyal Match“ , Treue- und Beziehungs-Expertin und selbst treu. Sie beantwortet gerne Frag Therese-Fragen und redet niemals um den heißen Brei. Ihr Motto lautet: „Die schönste Sache der Welt, die Liebe, sollte man einfach mit jedem teilen“. Sie selbst teilt klassisch monogam, also gar nicht.

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