Sex in Europa: Rechtslage bei Prostitution, Inzest & Co.

Sex in Europa: Rechtslage bei Prostitution, Inzest & Co.
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Für viele Deutsche ist die bekannteste Straße im Hamburger Rotlichtviertel nicht mehr wegzudenken. Die Reeperbahn hat mittlerweile Kultstatus weit über die Landesgrenzen. Doch was hierzulande normal zu sein scheint, ist in anderen Ländern Europas undenkbar. Denn in Frankreich oder Schweden ist der Kauf sexueller Dienstleistungen strafbar. Doch wie sind die Rechtslagen beim Thema Sex in Europa? Welche speziellen Sexualpräferenzen sind in welchen Ländern legal oder strafbar?

Sex in Europa: Rechtslagen bei Inzest & Co.

Ab wann ist Sex in Europa erlaubt?

Ab wann Personen einer sexuellen Handlung einwilligen können und damit Sex mit ihnen erlaubt ist, regelt das sogenannte Schutzalter. In Deutschland liegt das Schutzalter bei 14 Jahren. Sexuelle Handlungen mit Kindern unter 14 Jahren erfüllen den Tatbestand des sexuellen Missbrauchs von Kindern und sind strafbar. Auch wenn z. B. ein 14-jähriger Junge mit einem 13-jährigen Mädchen Sex hat, ist dies strafbar.

Das Schutzalter erhöht sich auf 16 Jahre, wenn einer der beiden 21 Jahre und damit Erwachsen ist. Aber eine Bestrafung findet nur statt, wenn ein gesetzlicher Vertreter des 14 oder 15-jährigen Jugendlichen Strafantrag stellt und das Gericht feststellt, dass der Erwachsene die „fehlende Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung“ des Jugendlichen ausgenutzt hat.

Auf 18 Jahre erhöht sich das Schutzalter nach §182 StGB dann, wenn eine sexuelle Handlung an der Person durch einen selbst oder einen Dritten vorgenommen wird oder an sich oder an einem Dritten von ihr vornehmen lässt, unter Ausnutzung einer Zwangslage. Nach §182 Abs. 2 StGB wird ebenso eine Person über achtzehn Jahren bestraft, die eine Person unter achtzehn Jahren dadurch missbraucht, dass sie gegen Entgelt sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen lässt.

In den meisten Ländern Europas liegt das Schutzalter bei 14 Jahren, wie in z. B. in Österreich, Bulgarien, Estland, Ungarn und Italien. In Tschechien, Dänemark, Frankreich, Polen und Slowenien liegt es bei 15 Jahren. Das höchste Schutzalter von 18 Jahren hat Malta.

Käuflicher Sex in Europa: Prostitution

Mit dem Inkrafttreten des Prostitutionsgesetzes ist seit 01. Januar 2002 der käufliche Sex mit Volljährigen in Deutschland legalisiert. Doch nicht nur die Prostituierten selbst, sondern auch die Freier müssen volljährig sein, um sexuelle Dienste in Anspruch nehmen zu können. In Österreich verhält sich die Rechtslage genauso wie in Deutschland. Dagegen dürfen in der Schweiz volljährige Prostituierte bereits Jugendliche ab 16 Jahren bedienen.

In einigen anderen Ländern machen sich nur die Freier strafbar, wenn sie sich gegen Entgelt Gelegenheit zu sexuellen Handlungen verschaffen, wie z. B. in Norwegen, Schweden und Frankreich. Legal ist Prostitution in Ländern, wie z. B. Italien, Polen und Tschechien, allerdings sind Bordelle illegal. Vom Gesetzgeber verboten ist Prostitution z. B. in Litauen, Rumänien, Serbien und Kroatien.

Die Rechtslage bei Inzest in Europa

Sexuelle Handlungen zwischen blutsverwandten Erwachsenen sind in einigen Ländern strafbar und in anderen Ländern gibt es keine Rechtsvorschriften oder es ist nicht verboten. Doch die Rechtslage unterscheidet auch zwischen Vaginal-, Oral- und Analverkehr.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist nur der Vaginalverkehr strafbar, auch wenn dies einvernehmlich geschieht. Dagegen sind in Liechtenstein Vaginal-, Oral- und Analverkehr strafbar. In Frankreich, wo das Thema Prostitution strenger bewertet wird, wurde 1810 mit dem Code Pénal die Strafbarkeit von Inzest abgeschafft. In Russland, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Spanien und Portugal ist Inzest ebenfalls legal.

Viele Länder haben sich gegen eine Strafbarkeit entschieden, da sie der Auffassung sind, dass keine strafbare Handlung vorliegt, wenn zwei Erwachsene freiwillig sexuelle Handlungen ausüben. Der Missbrauch von Kindern oder die Ausübung von sexuellen Handlungen unter Gewalt und mittels Zwang würden ohnehin andere Tatbestandsmerkmale regeln.

Sex mit Tieren: Zoophilie

Zoophilie (ugs. Sodomie) bezeichnet den sexuellen Umgang mit Tieren, wobei die meisten Kontakte auf Pferde und Hunde entfallen.

In Deutschland ist lediglich nach §184a StGB die Verbreitung gewalt- oder tierpornographischer Schriften, die Gewalttätigkeiten oder sexuelle Handlungen von Menschen und Tieren zum Gegenstand haben, sowie alles, was die Verbreitung zum Ziel hat, strafbar. Bis 1969 war ebenfalls der sexuelle Kontakt zwischen Menschen und Tieren verboten, doch dieses Gesetz wurde mit Einführung der Großen Strafrechtsreform abgeschafft. Allerdings werden Verbote der Zoophilie durch die entsprechenden Tierschutzgesetze geregelt, so auch in Österreich und der Schweiz.

In Dänemark war Sodomie bis 01. Juli 2015 legal und selbst der weit über die Landesgrenzen bekannte Sextourismus wurde von der Regierung toleriert. Viele Touristen kamen in Bussen auf dänische Bauernhöfe und zahlten bis zu 175€, um Sex mit Tieren zu haben. Selbst Frauen seien unter den Touristen gewesen, wie ein TV-Sender berichtete. Dänemark wollte mit der Gesetzesänderung nun seinen Ruf retten und schloss sich der Gesetzgebung anderer europäischer Länder an.

Nekrophilie

Nekrophilie bezeichnet die sexuelle Anziehung zu Leichen. Es gibt keine speziellen Straftatbestände, welche diese gestörte Sexualpräferenz regeln. Allerdings wird in den meisten europäischen Ländern die Wahrung der Totenruhe sehr Ernst genommen und dementsprechend sämtliche Handlungen, die diese stören bestraft. So regelt in Deutschland §168 StBG die Störung der Totenruhe, in dem es u.a. heißt:

Wer unbefugt aus dem Gewahrsam des Berechtigten den Körper oder Teile des Körpers eines verstorbenen Menschen, eine tote Leibesfrucht, Teile einer solchen oder die Asche eines verstorbenen Menschen wegnimmt oder wer daran beschimpfenden Unfug verübt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

In Österreich werden derartige Handlungen mit Freiheitsstrafen bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen bestraft.

Sex in Europa: Was haltet ihr von den Rechtslagen in Europa zu den Sexualpräferenzen?

 

 

THERESE ist Gründerin der Agentur „Die Treuetester“ und „Loyal Match“ , Treue- und Beziehungs-Expertin und selbst treu. Sie beantwortet gerne Frag Therese-Fragen und redet niemals um den heißen Brei. Ihr Motto lautet: „Die schönste Sache der Welt, die Liebe, sollte man einfach mit jedem teilen“. Sie selbst teilt klassisch monogam, also gar nicht.

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2 Kommentare

    • Ich glaube, dass viele Menschen dieselbe Ansicht vertreten. Allerdings haben sich viele Länder gegen eine Strafbarkeit entschieden, da sie der Auffassung sind, dass keine strafbare Handlung vorliegt, wenn zwei Erwachsene freiwillig sexuelle Handlungen ausüben, unabhängig vom Verwandtschaftsgrad. Nach dem Motto: „Leben und leben lassen“, solange alles freiwillig ist.

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