Warum die Gewohnheit für eine unglückliche Beziehung spricht, statt sie zu beenden

Warum die Gewohnheit für eine unglückliche Beziehung spricht statt sie zu beenden
©Kelly Sikkema/ Unsplash

Und täglich grüßt das Murmeltier! Wie im Film „Groundhog day“ stecken auch viele Paare in einer Zeitschleife fest. Immer derselbe Mist mit derselben Person. Jahr für Jahr. Und immer mehr rein ins eigene Unglück. Doch warum bleibt man in einer unglücklichen Beziehung, statt sie zu beenden und endlich glücklich zu sein?

Es liegt klar auf der Hand. Da sind die Kinder, die nicht als „tragische“ Scheidungskinder enden sollen; das Haus, für das bis zum Tod der Kredit beglichen werden muss und die möglichen finanziellen Abhängigkeiten. Und auf der anderen Seiten streitet man, kritisiert sich, hat sich nichts mehr sagen, schätzt den anderen nicht mehr und vielleicht ist da auch alles andere, nur keine Liebe mehr. Es steht 3:5 und trotzdem trennt man sich nicht.

Man zieht die Beziehung lieber wie einen Kaugummi vor sich hin, so als würde es den einen letzten Funken Hoffnung geben. Doch der ist schon lange verflogen, denn nach dem nächsten Streit putzt sie mit seiner Zahnbürste die Toilette. Ob er krank werden kann oder nicht, interessiert sie schon lange nicht mehr. Anstecken kann er sie sowieso nicht, da zwischen ihnen ohnehin Eiseskälte herrscht. Willkommen in der Beziehungsrealität, in der man sich mit dem zufriedengibt, was man hat, obwohl man es tief im Inneren verabscheut.

Aus Bequemlichkeit bleibt man eben. Und auch, weil man die Sicherheit hat- aus ökonomischer Perspektive. Denn eine Trennung bedeutet auch immer finanzielle Einbußen. Und selbst im 21. Jahrhundert ist manch eine Frau, Emanzipation hin oder her, nicht in der Lage sich selbst zu versorgen und finanziell von ihrem Mann abhängig, den sie schon lange nicht mehr sehen kann. Und natürlich hat auch all das, was man sich hart über die Jahre gemeinsam aufgebaut hat Geld, Zeit und Energie gekostet. Soll das alles umsonst gewesen sein, nur um endlich wieder glücklich zu sein?

Und dann will man ja auch niemanden enttäuschen oder verletzen und erniedrigt sich lieber selbst. Die Schuld, die Familie in Trauer zurückzulassen, wäre zu groß und es stellt sich die Frage, ob diese die Trennung jemals verzeihen kann. Vor allem dann, wenn man die Beziehung beendet, weil ein anderer Mensch ein Katalysator war, um den Schritt zu wagen und man nun endlich zufrieden ist. Lastlos. Aber soll man nicht einfach mal zufrieden sein, mit dem was man hat?

Genügsam sein. Weil es einen auch viel schlechter treffen kann? Immer. Doch wer glaubt, dass ein Kaugummi irgendwann nicht reißt, wenn man ewig auf ihm kaut und dann versucht vor sich hinzuziehen, der täuscht sich. Doch bevor das am Ende passiert, vegetiert man weiter vor sich hin. Unglücklich. Und wieder einmal scheint es so richtig, obwohl es sich falsch anfühlt.

 

THERESE ist Gründerin der Agentur „Die Treuetester“ und „Loyal Match“, Treue- und Beziehungs-Expertin und selbst treu. Sie beantwortet gerne Frag Therese-Fragen und redet niemals um den heißen Brei. Ihr Motto lautet: „Die schönste Sache der Welt, die Liebe, sollte man einfach mit jedem teilen“. Sie selbst teilt klassisch monogam, also gar nicht.

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