Zweisprachige Beziehung: Wie funktioniert die Liebe mit drei Sprachen?

Zweisprachige Beziehung: Wie funktioniert die Liebe mit drei Sprachen?
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Die Liebe braucht keine Sprache, denn ganz egal, ob wir „Ich liebe dich“, „I love you“ oder „Je t´aime“ sagen, wir fühlen sie. Doch was passiert, wenn man sich in jemanden Hals über Kopf verliebt, der eine andere Sprache, als die eigene spricht? Kann die Liebe mit drei Sprachen funktionieren? Und bringt eine zweisprachige Beziehung Schwierigkeiten mit sich? Ich teile meine Erfahrungen mit euch.

Zweisprachige Beziehung: Wie funktioniert die Liebe mit drei Sprachen?

Aller Anfang ist schwer

Als ich meinen Partner in Frankreich kennenlernte, wechselten wir nur 3 Worte. Auf Englisch. Einige Stunden später erhielt ich eine Nachricht bei Facebook, ob es mir gut geht. Von ihm. Auf Englisch. Natürlich verstand ich, was er schrieb und ohne große Probleme tauschten wir die ersten Nachrichten aus. Doch ich musste schnell feststellen, dass mein Englisch mehr als eingerostet war. Seit Jahren sprach ich kein einziges Wort mehr, denn es gab einfach keine Situation, in der ich es gebraucht hätte. Und noch weniger brauchte ich mein Schulfranzösisch all die Jahre. Ich hatte ein echtes Sprachenhandicap. Doch mit jeder Nachricht, die ich von ihm bekam oder ihm schickte, wurde ich immer sicherer. Wenn ich ein Wort nicht wusste, suchte ich es im www. Als wir uns einen Monat später auf Ibiza trafen, war plötzlich alles weg. Da stand mein Traumtyp und ich brachte kein einziges Wort raus. Ich hatte ein Sprachhandicap. Ich wollte reden, doch ich konnte nicht, aus Angst einen Fehler zu machen. Und so blieb ich anfangs lieber stumm und ließ jemand anderes für mich reden. Mit jedem Tag und der Gewohnheit Englisch reden zu müssen, legte sich meine Barriere.

Zweisprachige Beziehung: Schwierigkeiten?

Heute, mehr als zwei Jahre später wird zu Hause fließend Englisch gesprochen, geschrieben und gestritten. Wir leben in Frankreich und mein Französisch ist mehr schlecht, als recht. Ich verstehe viel, kann gut schreiben, habe aber noch immer ein Sprachhandicap. Hinzu kommt, dass ich im Job nur deutsch spreche und es für uns beide einfach easier ist Englisch zu sprechen. Natürlich würde ich gerne fließend und perfekt Französisch sprechen, aber ich und andere aus meinem Umfeld machen mir keinen Druck, da wir uns alle verstehen. Mit „alle“ meine ich meinen Partner und seine Familie. Das ist für mich wichtig und da spielen Behörden- oder Arztgänge, bei denen kein Englisch gesprochen wird und ich wie ein Depp neben meinem Partner stehe, der quasi für mich spricht, eine Nebenrolle. Das ist auch nichts, was unsere Beziehung beeinflusst, da es weder für ihn, noch für mich eine Last ist, wenn er für mich spricht.

Die einzige Schwierigkeit liegt im Detail, im Pünktchen auf dem i, welches man in einer Fremdsprache nie so ausdrücken kann, wie in der Muttersprache. Das führt manchmal zu Missverständnissen oder dazu, dass man sich in einem Streit niemals so äußern kann, wie man es vielleicht gerne möchte. Doch vielleicht liegt in der Schwierigkeit auch ein entscheidender Vorteil, den eine zweisprachige Beziehung gegenüber einer einsprachigen mit sich bringt. Denn in Details liegen oftmals Probleme, die etwas komplizierter machen können, als es eigentlich ist.

Was nur zweisprachige Paare kennen

In einer zweisprachigen Beziehung hat jeder seine Muttersprache und dann gibt es die Sprache, in der gesprochen wird. Doch Paare mit mehreren Sprachen entwickeln meist noch eine eigene vierte Sprache. Ein Mix aus allen drei Sprachen, eine eigene Paarsprache, die nur dem Paar allein gehört und dadurch eine unglaubliche Intimität schafft. Durch die anfänglichen Sprachherausforderungen wächst man auch sehr stark zusammen und schreibt seine ganz eigene Geschichte, in der man gelernt hat, dass Liebe keine Sprache braucht.

Hast oder hattest du schon einmal eine zweisprachige Beziehung?

 

 

THERESE ist Gründerin der Agentur „Die Treuetester“ und „Loyal Match“, Autorin des Buches „Lockvogel- Mein Leben als Treuetesterin“ Treue- und Beziehungs-Expertin und selbst treu. Sie beantwortet gerne Frag Therese-Fragen und redet niemals um den heißen Brei. Ihr Motto lautet: „Die schönste Sache der Welt, die Liebe, sollte man einfach mit jedem teilen“. Sie selbst teilt klassisch monogam, also gar nicht.

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